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von - am 22 Apr 2014

“Frisch gebackene” Brötchen? Oder lieber “Frisch aus dem Ofen”?

Zugegeben, Brötchen sind wahrscheinlich Geschmackssache. Der eine mag sie knackig frisch und knusprig, der andere hat nichts gegen vielleicht weniger knusprigere aus dem Froster. Was aber viele Liebhaber der Morgenware gemeinsam haben: Wenn “Frisch gebacken” draufsteht, sollen auch “frisch gebackene” Brötchen geliefert werden. Und zwar beim Bäcker vor Ort. Keine Tiefkühl “Dinger”, die schon tags/e zuvor vorgebacken und in letzter Sekunde nochmal im hauseigenen Ofen der Bäckerei braun gebrannt wurden.

So zumindest das Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage von Lebensmittelkarheit.de, in der gefragt wurde, “welche Anforderungen aus Sicht der Verbraucher mindestens erfüllt sein müssen, wenn ein Brötchen als „frisch gebacken“ beworben wird.”

Hier die nackten Zahlen:

  • 66,9 Prozent der Teilnehmer (1192 Stimmen) fordern, dass bei Werbung mit „frisch gebacken“ der Brötchenteig vom Bäcker hergestellt und das Brötchen daraus frisch gebacken wird.
  • 18,8 Prozent (335 Stimmen) wollen ein Brötchen, das frisch aufgebacken wurde, beispielsweise aus einem zugekauften Tiefkühlteigling.
  • Für 13,4 Prozent (239 Stimmen) steht der Geschmack im Vordergrund, für sie sind Art und Zeitpunkt des Backens unerheblich.
  • 1 Prozent (17 Stimmen) der Personen sind sich dabei unsicher .

Das Ergebnis ist, wie die Verbraucherzentrale schon deklariert hat, nicht repräsentativ. Und es gibt sicherlich verschiedene Gründe, warum jeder von uns auf die unterschiedlichsten “Brötchen” zurückgreift. Mal öfter, mal seltener. Ob vom Supermarkt in der Nachbarschaft, da aus dem dritten Tiefkühler hinter dem gefrosteten Gemüse & Geflügel. Weil man seine Brötchen lieber warm mag, und sie lieber spontan selbst aufbackt, gerne auch am frühen Abend (und manch ein beim Bäcker gekauftes hat da schon längst sein Knusper Flair verloren). Ober aus der Franchise Bäckerei, weil Sie bequemerweise direkt vor der Haustür liegt, obgleich man weiß, dass jene Filiale mit Teiglingen (aus Gott weiß woher) beliefert wird. Oder vom (nennen wir ihn mal) “Original” Bäcker, für den man vielleicht eine weitere Strecke zurücklegen muss, dafür dann weiß, dass dort wirklich und im wahrsten Sinne des Wortes “frisch gebacken” wurde. Mit Leidenschaft und eben lecker. Vor Ort, in der eigenen Backstube mit Liebe durchgeknetet.

Und irgenndwie, nennt mich abergläubisch, aber das schmeckt man auch, diese runden Dinger aus Handarbeit (und nicht vom Fliessband) produzierten Semmel, die schmecken auch am leckersten. Und eben diese sind auch die einzigen, denen man das Prädikat “frisch gebacken” verleihen dürfte. Oder nicht?

Wie seht Ihr das? Dürfen alle Bäcker, mit “frisch gebackenen” Brötchen werben, nur weil Sie den Backofen auf die vorgegebene Temperatur erhitzt, die (tiefgefrorenen) Teiglinge reingeschoben, und nach exakt X-Minuten wieder rausgeholt haben?

[Photo: Broetchen via Flickr User kilgorebrian13, by CC]

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